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Besuch der KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Struthof
Am 13. Februar 2026 besuchten die drei 9. Klassen zusammen mit ihren Klassen- und Geschichtslehrkräften sowie einige Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse der Realschule Baden-Baden die KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Struthof im Elsass. Der eindrucksvolle und zugleich bedrückende Ort liegt in den Vogesen nahe dem Ort Natzweiler und war das einzige nationalsozialistische Konzentrationslager auf dem Gebiet im heutigen Frankreich.
Da vor Ort keine Führungen in deutscher Sprache angeboten werden, hatten sich die begleitenden Geschichtslehrkräfte – Frau Boos, Frau Köhler und Herr Keppler – zuvor intensiv vorbereitet und die Gedenkstätte ein Wochenende vorher persönlich besucht. Sie erarbeiteten eigene Rundgänge, um den Schülerinnen und Schülern die Geschichte des Lagers angemessen und verständlich zu vermitteln. Auch wurde zuvor im Rahmen des Geschichtsunterrichts auf den Besuch des einstigen KZs vorbereitet.
Das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof wurde 1941 von den Nationalsozialisten errichtet. Ursprünglich diente es der Zwangsarbeit in einem nahegelegenen Granitsteinbruch, dessen rosa Granit ein von den Nationalsozialisten begehrter Baustoff war. In den folgenden Jahren wurden mehr als 50.000 Menschen aus ganz Europa hierher deportiert – darunter viele Widerstandskämpfer, politische Gefangene, Homosexuelle, Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma sowie Kriegsgefangene. Über 20.000 Menschen kamen infolge von Hunger, Zwangsarbeit, Krankheiten, medizinischen Experimenten oder Hinrichtungen ums Leben. Besonders grausam war der Mord an 86 Jüdinnen und Juden in der nahegelegenen Gaskammer, um an ihre Skelette und Schädel für die „wissenschaftliche“ Sammlung der damaligen deutschen Reichsuniversität Straßburg zu kommen. Die Gaskammer wurde einst extra zu diesem Zweck in den Gebäuden eines ehemaligen Gasthofes außerhalb des KZ-Geländes eingerichtet.
Während des Rundgangs setzten sich die Jugendlichen mit den unmenschlichen Lebensbedingungen im Lager auseinander. Besonders eindrücklich waren der Stacheldrahtzaun mit den Wachtürmen, die engen Arrestzellen, das Versuchslabor, die Prügelkammer mit Prügelbock, das Krematorium sowie der Appellplatz, auf dem die Gefangenen stundenlang bei Wind und Wetter antreten mussten und den Hinrichtungen am Galgen zusehen mussten. Die Atmosphäre des Ortes machte Geschichte auf beklemmende Weise greifbar.
Am Mahnmal der Gedenkstätte legten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam Blumen nieder. In einem Moment der Stille gedachten sie der Opfer des Nationalsozialismus. Diese Geste war Ausdruck von Respekt und ein bewusstes Zeichen gegen das Vergessen.
Der Besuch der Gedenkstätte war für alle - Schülerinnen, Schüler, Lehrerinnen und Lehrer - eine tief bewegende Erfahrung. Er zeigte, wie wichtig es ist, sich auch heute noch mit der Geschichte auseinanderzusetzen und Verantwortung für eine demokratische, freiheitliche und menschenwürdige Gesellschaft zu übernehmen.