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Zeitzeugenbesuch: Punk in der DDR
Einen besonderen Einblick in das Leben in der DDR erhielten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10a und 10b bei einem Zeitzeugenbesuch. Der Autor und Herausgeber Henryk Gericke, der Teil der ostdeutschen Punkszene war, berichtete in einer Unterrichtsstunde eindrucksvoll von seiner Jugend in Ost-Berlin und vom Aufwachsen in der sozialistischen Diktatur.
Die beiden Schulklassen schauten sich zunächst den Dokumentarfilm „Ostpunk: Too much future - Punk in der DDR“ an, an dem Herr Gericke mitgewirkt hat. Anschließend schilderte er, wie sich junge Menschen damals bewusst von den staatlich vorgegebenen Normen abgrenzten und in der Punkbewegung nach Freiheit und Selbstbestimmung suchten.
Gleichzeitig berichtete er auch von den Konsequenzen: Viele seiner Freunde gerieten ins Visier der Staatssicherheit, einige verbrachten als Jugendliche sogar Jahre in den gefürchteten Stasi-Gefängnissen.
Die Schülerinnen und Schüler hörten aufmerksam zu und nutzten im Anschluss die Gelegenheit, dem Zeitzeugen zahlreiche Fragen zu stellen. Dabei ging es unter anderem darum, ob er aus heutiger Sicht etwas anders machen würde und ob es trotz aller Schwierigkeiten auch Dinge gibt, die er aus dieser Zeit vermisst.
Der Besuch machte deutlich, wie wichtig persönliche Berichte für das Verständnis von Geschichte sind. Die Begegnung mit Henryk Gericke hinterließ bei den Schülerinnen und Schülern einen nachhaltigen Eindruck und bot einen lebendigen Zugang zur Geschichte der DDR.
S. Boos